27Im Rahmen der Physiotherapie werden Kinder und Jugendliche außerhalb der Unterrichtssituation in ihren Bewegungsabläufen gefördert.

Diese SchülerInnen werden aus dem Klassenverband gelöst. Die Förderung erfolgt einzeln oder in kleinen Gruppen.

Die Angebote richten sich vorrangig an schwerst mehrfach beeinträchtigte Kinder und Jugendliche mit:

  • Hemiplegie;
  • Diplegie;
  • Paraplegie;
  • Tetraplegie,

Aber auch an SchülerInnen mit Defiziten im grobmotorischen Bereich (unphysiologische Bewegungsabläufe).

Die grobmotorischen Beeinträchtigungen lassen sich meist nicht beheben, vielmehr sollen die betroffenen SchülerInnen durch therapeutische Angebote lernen, mit ihrer Situation umgehen und den Alltag besser bewältigen zu können.

Die Therapeutinnen arbeiten eng mit allen in der Klasse beteiligten Pädagogen zusammen. Durch Absprachen können schnell und unkompliziert neue Zielstellungen und beobachtete Besonderheiten oder Auffälligkeiten ausgetauscht werden.

Neben der Einzelförderung erfolgt die Arbeit in kleinen Gruppen, wie z.B. bei SchülerInnen mit Trisomie 21, sowie einer Gruppe mit wechselnden Kindern zur Wasserwahrnehmung (Matschen).

Die Therapieeinheit umfasst einen zeitlichen Rahmen von 30 bis 45 Minuten. Die Dauer richtet sich nach der individuellen Belastbarkeit der Kinder und Jugendlichen.

Um sie bestmöglich fördern zu können, wird angestrebt, die betreffenden SchülerInnen mindestens zweimal wöchentlich zu therapieren.

Da nicht alle Kinder und Jugendlichen therapeutisch betreut werden können, jedoch auch diese bestmöglich gefördert werden sollen, stehen die Therapeutinnen den Pädagogenteams jeder Zeit mit Hinweisen zur Seite.

 

Zielstellung und Schwerpunkte

Die Therapieplanung und -durchführung erfolgt unter den folgenden Schwerpunkten, aus denen individuelle Zielstellungen für jeden einzelnen Schüler / jede einzelne Schülerin abgeleitet und festgelegt werden:

  • Erhalt, Förderung und Verbesserung der Koordinationsfähigkeit im grobmotorischen Bereich
  • Normalisieren der erhöhten Spannungszustände der Muskulatur
  • Hemmen pathologischer Bewegungsabläufe
  • Anbahnen neuer physiologischer Bewegungsabläufe
  • Erhalt und Förderung vorhandener Fähigkeiten im Umgang mit dem Rollstuhl
  • Hilfestellung bei der Einnahme von Mahlzeiten bei gleichzeitiger Haltungskorrektur

 

Für die Förderung unserer SchülerInnen stehen den Physiotherapeutinnen verschiedene Möglichkeiten im Schulhaus zur Verfügung.

So arbeiten sie in zwei Therapieräumen, die mit speziellen Heil- und Hilfsmitteln ausgestattet sind, wie Matten, Therapiebälle, Spiegelwände, Gehbarren, Therapiedreieck, -rad u.v.m. .

 

Des Weiteren wird der Snoezelraum genutzt, der u.a. über ein Musikwasserbett und verschiedene Lagerungsmöglichkeiten verfügt.

Auf jeder Etage befindet sich ein speziell ausgestattetes Bad mit Hubwanne. Diese nutzen die Therapeutinnen vorwiegend zur Wahrnehmungsförderung im Wasser.

Ein besonderes therapeutisches Angebot stellt die Schmetterlingsbadewanne dar, die vor allem für die Förderung von schwerst mehrfach beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen mit Defiziten im Bereich der Grobmotorik eingesetzt wird.

Hier können sie ihre Wasserwahrnehmung verbessern sowie Bewegungsmöglichkeiten ausweiten.

Der Matschraum ist für die Arbeit in Kleingruppen besonders geeignet. Im Vordergrund stehen hier die Verbesserung der Körperwahrnehmung und die Verbesserung der sozialen Kompetenz.

Die behindertengerechte Gestaltung des Außengeländes der „Schlossgartenschule“ ermöglicht außerdem das Lauf- und Rollstuhltraining im Freien.